Laufdemo gegen Circus Krone in Ansbach
Tiere sind keine Zirkusnummer I 26.10.19

Tierhaltung im Circus Krone

Tiere sind keine Ware sondern fühlende Lebewesen. Das gilt für uns grundsätzlich. Daher ist es ethisch und moralisch nicht zu verantworten, dass Tiere einzig und allein für das Vergnügen eingesperrt und dressiert werden. Ständige Transporte, kleine Käfige und die Dressur machen eine Tierhaltung im Zirkus nicht möglich. Circus Krone gilt weltweit als der größte reisende Wildtiercircus. Während andere Zirkusse bereits den Betrieb eingestellt haben oder auf ein tierfreies Programm umgestiegen sind, hält Krone nach wie vor an der uralten Tradition fest.

 

Elefanten mehrere Stunden am Tag angebunden

3 Elefanten gehören aktuell zum Circus Krone. Sie alle sind Wildfänge und vor Jahrzehnten als Jungtiere von Afrika und Asien an den Circus Krone verkauft worden. Im Winterquartier des Circus Krone werden die Säugetiere in einer kleinen Halle gehalten. Auf Tour steht ihnen meist ein kleine "Freigehege" und ein Holzpaddock im Zelt zur Verfügung. Circus Krone bindet seine Elefanten jeden Tag mehr als 10 Stunden an zwei Beinen an. Unter anderem jede Nacht. Die Tiere können sich mit den Fußfesseln kaum bewegen. Auch deshalb entschied ein Gericht kürzlich, dass die Aussage "Krone quält Tiere" durchaus als freie Meinungsäußerung vertretbar sei. Kürzlich hat Krone zwei der Elefanten in einen Park nach Spanien in Rente geschickt. Die drei anderen Tiere sind zur Begleitung mitgekommen. Laut Krone sollen sie schon bald wieder in der Manege stehen.

 


Starke Verhaltensstörungen der Tiere

Bei Langeweile, falscher Haltung oder seelischem Leiden entwickeln Tiere Stereotypien. Solche sind bei den Tieren im Circus Krone immer wieder, insbesondere bei den Elefanten, Pferden und Löwen, zu beoachten. Immer wieder wippen die Elefanten mit dem Kopf hin und her, ziehen die Löwen die gleichen Bahnen am Gitterzaun und weben die Pferde in ihren Boxen.

 

 

 

Mit Elefantenhaken und Peitsche: Dressur

Immer wieder tauchen schockierende Bilder aus fernen Länden auf, die zeigen wie kleinen Elefantenbabys der Wille gebrochen wird, ehe sie dann an Zoos und Zirkusse weltweit verkauft werden. Unter Schreien werden sie mit Seilen fixiert und geschlagen. Ob die Elefanten des Circus Krone ein ähnliches Schicksaal ereilt hat, bevor sie zum Circus nach München kamen, lässt sich nicht sagen. Fakt ist: im Circus Krone wird bis heute der sogenannte Elefantenhaken eingesetzt. Der Dompteur animiert das Tier damit während der Show. Dem Zuschauer fällt der Haken meist nicht auf. Elegant wird er meist von der Hand des Dompteur abgedeckt. Eine Dressur eines wilden Tieres ist nicht nur unmoralisch, sondern auch Stress für das Tier. Laute Musik, Blitzlicht, applaudierende Menschen, der Knall der Peitsche und die Schreie des Dompteurs sind mit Sicherheit alles andere als angenehm.


Fotos: PETA USA, Training der Elefantenbabys für den ehemaligen Zirkus Ringling Brothers


Die Tradition der Ausbeutung

Circus Krone steht für über 100 Jahre Ausbeutung. Beginn des heutigen Circus Krone waren die sogenannten "Negerschauen". Die Vorfahren der Familie Krone stellten ab 1860 dunkelhäutige Menschen aus und verlangten dafür Geld. Später waren es dann wilde Tiere wie Bären und Wölfe. Sie wurden von Tierfängern direkt aus der Wildnis entnommen und in kleinen Wagen durch das Land gekarrt. Zwischenzeitlich hielt Circus Krone 27 Elefanten, 40 Tiger, 35 Löwen, 15 Eisbären, Nilpferde und Co. Das Geschäftsmodell ist bis heute gleich geblieben: möglichst großer Profit auf Kosten von Mensch und Tier.

 

Eine Frage der Moral

Der Zirkus stammt aus einer Zeit, in der die Menschen im Rahmen eines Gastspiels zum ersten Mal exotische Tiere sehen konnten. Mittlerweile leben wir in einer hochmodernen Gesellschaft mit Freizeitangeboten noch und nöcher. Es lässt sich moralisch und ethisch nicht mehr vertreten, dass Tiere zur reinen Unterhaltung eingesperrt und vorgeführt werden. Tiere sind fühlende Lebenwesen und keine Ausstellungsware, mit denen man Tausende Kilometer durch das Land fährt.

                         

Warum gibt es kein bundesweites Wildtierverbot?

In mittlerweile über 20 Ländern Europas hat die Politik das Mitführen von bestimmten oder allen Wildtierarten verboten oder stark eingeschränkt. Deutschland bildet in dieser Sache trauriges Schlusslicht. Obwohl der Bundesrat, die Bundestierärztekammer, zahlreiche Parteien, Organisationen und Vereine sowie die Mehrheit der Bevölkerung seit Jahren ein Handeln der Bundesregierung fordern, schaut diese tatenlos zu. Das liegt auch daran, dass die Zirkusse ihren engsten Verbündeten in den höchsten Reihen der Bundesregierung sitzen haben. Volker Kauder, bis vor wenigen Monaten noch Unionsfraktionsvorsitzender, ist Ehrenfan des Circus Krone und dortiger Löwenpate. Mit ihm werde es in Deutschland kein Wildtierverbot geben, habe er immer wieder deutlich gemacht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium verfügt mittlerweile über wissenschaftliche Studien. Diese belegen, dass zahlreiche Wildtierarten im Zirkus erheblich leiden. Und dennoch bleibt das Ministerium untätig. Die einzige bisherige Reaktion der Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner: die Forderung eines freiwilligen Verzichts von Wildtieren an die Zirkusdirektoren. Diese lehnten, welch Wunder, die Forderung ab.